Archiv

»Champagner – spritzig, perlend, prickelnd«
»champagne – effervescent, pétillant, mousseux«

»Champagner ist magisch« und wir verbinden ihn mit Feiern, Luxus, Glamour und Siegesrausch. Der Wein hingegen, der den Champagner erst ermöglicht, ist in der Öffentlichkeit kaum präsent. Die Ausstellung im Kulturzentrum Sinsteden des Rhein-Kreises Neuss möchte die französische Weinbau-Region der Champagne mit ihrem landwirtschaftlichen Erzeugnis, dem Champagner, vorstellen. Hier wurde weltweit zum ersten Mal Schaumwein in großen Mengen produziert und deutsche Auswanderer waren zu Beginn des 19. Jahrhunderts an der Entwicklung maßgeblich beteiligt. Die Namen Deutz, Heidsieck, Krug oder Mumm, die große Champagnerhäuser heute noch tragen, weisen auf ihre Gründer hin. Diese Familien spiegeln zudem die deutsch-französische Geschichte auf einzigartige Weise. Drei Rebsorten bestimmen hier den Weinbau, es ist der Chardonnay, der Pinot Noir und der Pinot Meunier. Dabei gibt die Beschaffenheit des Bodens die Wahl der Rebstöcke vor. Nach der Lese der Trauben und ihrer Verarbeitung lagern die Champagner Flaschen bis zu ihrer Reife in unterirdischen Kreidestollen, den »crayeuses«. 2015 ist die Champagne mit ihrem besonderen ‚Terroir‘ und der Champagner zum Weltkulturerbe erklärt worden. Die Ausstellung gibt Besuchern an Hand von Gemälden, Fotos, Filmen und Exponaten einen interessanten Einblick in die Welt des Weinbaus in der Champagne und seines ‚regionalen Produktes‘, dem Champagner.

Zur Ausstellung erscheint ein zweisprachiges Katalogbuch deutsch – französisch mit zahlreichen farbigen Abbildungen. Zu den Publikationen >

Begleitprogramm zur Ausstellung: Flyer Champagne >


Horst Wackerbarth  ‘heimat.nrw’

Im Herbst 2016 wurde das Land Nordrhein-Westfalen 70 Jahre alt und die von ihr gegründete Nordrhein-Westfalen- Stiftung 30 Jahre. Aus diesem Anlass wurde ein fotokünstlerisches Portrait NRWs erstellt, das landestypische Themen, Menschen und Orte, aber auch die Besonderheiten und Eigenarten in NRW vorstellt. Der international bekannte Fotokünstler Horst Wackerbarth reiste dafür ein Jahr lang durch alle Regionen Nordrhein-Westfalens, um mit seiner Roten Couch besonders typische und besonders markante Orte und Menschen in Szene zu setzen. Die Rote Couch ist das Markenzeichen des in Düsseldorf lebenden Fotokünstlers Horst Wackerbarth: Seit 1985 tourt er mit ihr durch die USA und Europa. Über 800 Werke hat Wackerbarth mit der Roten Couch bereits geschaffen. Mit dem Fotoportrait „heimat.nrw” schließt sich nun der Kreis: USA, Europa, NRW. Die Rote Couch kehrt mit rund 80 bis 100 Motiven – Bildwerke und Videos –zu ihrem Ursprung zurück. »Wackerbarth’s Arbeit ist schon jetzt ein Schlüsselwerk der Portraitkunst und vielleicht sogar der Soziologie.« Freddy Langer, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. Okt.2006


“Leinen los!” Hundecartoons von Dorthe Landschulz

Der belesene Hund bellt nicht, er böllt. Wenn ein Hund viel zu erzählen hat, handelt es sich mit Sicherheit um einen Laberdor. Und der Hütehund trägt nur die erlesensten Kopfbedeckungen. In dieser Ausstellung zeigt Dorthe Landschulz ihre witzigsten Hunde-Cartoons und zeigt den besten Freund des Menschen von einer völlig neuen, verrückten und sehr komischen Seite. Dorthe Landschulz gehört zu den bekanntesten Cartoonisten Deutschlands, ist mehrfach ausgezeichnet worden und veröffentlicht ihre Cartoons in zahlreichen Zeitungen und Magazinen, darunter Stern, Titanic, Taz , Eulenspiegel, Tierwelt Schweiz, Welt der Frau Österreich und Heute Show Online (ZDF). Sie lebt seit vielen Jahren in Frankreich und reist zur Ausstellungseröffnung direkt aus der Bretagne an, um vor Ort zu signieren. Ausstellungserfahrung hat sie bereits. Neben ihrer Beteiligung an zahlreichen Sammelausstellungen in Deutschland und Österreich, tourten ihre Cartoons ein Jahr lang in einer Wanderausstellung für die DB durch zahlreiche deutsche Hauptbahnhöfe. Die Ausstellung “Leinen los!” widmet sich nun ganz ihren Hundecartoons. Hunde begleiten den Menschen seit vielen Jahrtausenden und stehen bis heute auf der Beliebtheitsskala der Haustiere ganz weit oben. Doch Hunde sind viel mehr als nur Haustiere. Sie sind uns Menschen ähnlicher als viele denken. Hunde verstehen uns, sie beschützen uns und sie gehorchen uns (manchmal). Sie sorgen dafür, dass wir ein bisschen Bewegung bekommen und nicht zu dick werden. Und sie bringen uns zum Lachen! Wenn das keine Gründe sind, dem Hund eine Ausstellung zu widmen! Dorthe Landschulz` Hundebilder werden sicher nicht nur überzeugten Hundefreunden Spaß machen. Katzen wird von einem Besuch der Ausstellung allerdings abgeraten. Und jetzt – Leinen los!


Acedia – Trägheit und Langeweile

Nach den sehr gut besuchten Ausstellungen über die sieben Todsünden wurde die Reihe 2016 fortgesetzt. Standen zuletzt die Themen Neid, der böse Blick zum Nachbarn (2010) Völlerei, genug kann nie genügen (2012) und Zorn, zwischen Macht und Gerechtigkeit (2014) im Mittelpunkt des Interesses, so geht es jetzt um Acedia, Trägheit und Langeweile. Das griechische Wort Acedia lässt viele Möglichkeiten der Übersetzung zu. Es kann die Trägheit ebenso sein, wie die Melancholie oder Langeweile. Acedia wurde über die Jahrhunderte immer wieder künstlerisch dargestellt und je nach gesellschaftlichen Vorgaben unterschiedlich interpretiert. Zitate, literarische Quellen und Faksimiles von Werken wie denen von Albrecht Dürer, Paolo Veronese, Constance Marie Charpentier, Carl Spitzweg, Caspar David Friedrich und auch Auguste Rodin zeigen das große Potenzial der Acedia. Jürgen Klauke, der in Köln lebende und international renommierte Künstler hat mit seiner großen Werkgruppe „Formalisierung der Langeweile“ eine vielschichtige und beeindruckende künstlerische Definition der Langeweile unserer Zeit gegeben. Sie entstand 1980/81 und besteht aus schwarz-weiß Fotografien, die den Zustand der Langeweile thematisieren. Die Motive bestechen durch variantenreiche Bildanordnungen, die ihn selbst inszenieren und erahnen lassen, wie man sich im Zustand der Langweile fühlt. Zur Ausstellung erscheint ein Katalogbuch mit Beiträgen von: Werner Post, Salman Rushdie, Kathrin Wappenschmidt, 120 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen.


Rosskastanien und Hundsrosen – Über die Schönheit und Wirkung von Arzneipflanzen

Arzneipflanzen, ihre Geschichte, ihre Schönheit und Vielfältigkeit in der Kunst ebenso, wie ihren Anbau und Nutzen darzustellen war das Konzept der Ausstellungs-Kooperative des Kulturzentrums Sinsteden, des städtischen Museums Schloss Rheydt und des Botanischen Gartens der Universität Düsseldorf im Sommer 2017. Arznei- und Gewürzpflanzen sind eine Nische in der landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Produktion im Rheinland, und sie wachsen oft wild in der Kulturlandschaft. Ihnen waren schon seit der Antike verschiedene Mediziner und Botaniker auf der Spur und später auch der Naturforscher Carl von Linné. Viele Künstler von der Renaissance bis heute haben sie als Bildmotive gewählt und ihnen unterschiedliche Bedeutungen gegeben. Der schwedische Fotograf Edward Koinberg reiste auf den Spuren von Linnés und hat die Pflanzen und Blumen wunderbar inszeniert. Neben Kunstwerken, Kräuterbüchern, Fotografien, Zeichnungen und Dokumenten war eine kleine Auswahl der zahlreichen Arzneipflanzen den Sommer über zu sehen, Besucher konnten sie wachsen und blühen sehen und ihren Duft und Geschmack erkunden. Zur Ausstellung erscheint ein Katalogbuch mit zahlreichen farbigen Abbildungen, 160 Seiten, mit Beiträgen zur Botanik, Landwirtschaft, Medizin und Kunst von: Sabine Etges, Madleen Bonse, Ulrike Haan-Brückner, Ricarda Hüpel, Kathrin Wappenschmidt